Frettchen brauchen Frettchen

Aktion Frettchen brauchen Frettchen - gegen Einzelhaltung!

Wir als grazer Frettchenverein sind grundsätzlich gegen Einzelhaltung!

Egal ob 3, 6 oder mehr, Frettchen lieben es in Gruppen zu kuscheln und suchen sich immer die körperliche Nähe zu ihren Artgenossen.

Viele neue Frettchenhalter meinen, wenn man sich intensiv um ein einzelnes Frettchen kümmert, reicht das dem Tier vollkommen aus und es würde noch viel zutraulicher und verschmuster werden. Das ist aber falsch!! Wenn man nur einmal gesehen hat, wie sich zwei Frettchen in der Hängematte eng aneinanderkuscheln, sich gegenseitig das Fell und die Ohren putzen oder gemeinsam wild und ausgelassen durch die Wohnung fegen und dabei laut gackernd vor Freude Luftsprünge machen, weiß man, dass Frettchen Frettchen brauchen.

Spätestens dann sollte dem tierfreundlichen Menschen bewusst werden, dass er den Frettchenpartner, auch bei intensiver Beschäftigung, nich ersetzten kann.

Dass ein Einzelfrettchen zutraulicher wird, stimmt natürlich nicht. Frettchen die zu zweit oder in in einer Gruppe leben dürfen, sind in der Regel viel ausgelassener, ausgeglichener und verschmuster als jene, die einzeln leben müssen. Ein Frettchen möchte sich austoben und richtg nach frettchenart spielen und kämpfen. Diese Kämpfe bzw. Spiele können für die dünne Haut des Menschen eine Belastung darstellen. Das Frettchen kann seine geballte Energie und Spielwut nicht mehr richtig ausleben und wird mit der Zeit noch ungestümer.

Dies kann zur Folge haben, dass sich der Menschen weniger mit dem “bissigen” Frettchen beschäftigt. Ein schlimmer Kreislauf beginnt.

Leben aber Frettchen in einer Gruppe zusammen, können sie sich richtig austoben, nach herzenslust balgen und so ihre Kräfte messen. Haben sie dann keine Lust mehr dazu, kommen die Frettchen schnell von selbst auf den gemütlichen Schoss des Herrchens oder Frauchens gehüpft und fordern die vertraute Schmusezeit ein. Allerdings muss man akzeptieren, dass jedes Frettchen seinen eigenen Charakter hat. Das eine Frettchen ist eher ruhig und verschmust, das andere wiederum aufgedreht und immer zum Spielen aufgelegt. Zu einer Schmusezeit zwingen kann und darf man natürlich kein Frettchen!

Egal ob Schwestern, Brüder oder neu zusammengeführt, Frettchen brauchen Frettchen!

Die Vergesellschaftung mit anderen Heimtieren ist nur in wenigen Fällen möglich und darf auch da den Artgenossen nicht ersetzen. Meist verstehen sich Hunde und Katzen recht gut mit den kleinen Raubtieren, allerdings kann es auch nur ein “nebeneinander Leben” oder ein “akzeptiert werden” sein. Die Vergesellschaftung mit Nagetieren oder Vögeln ist abzuraten, da diese Tiere dem natürlichen Jagdinstinkt unserer Frettchen unterliegen und dementsprechend als Beute angesehen und getötet werden würden. Wenn jemand denkt “Mein Hase ist doch viel zu groß für das kleinere Frettchen” der irrt. Ein “wild” gewordenes Frettchen mit Jagdlust geht der Beute sofort an die Kehle und könnte sehrwohl auch einen größeren Hasen erlegen.

Allerdings kommt es in nicht seltenen Fällen vor, dass sich ein Frettchen nach Jahren in “Einzelhaft” überhaupt nicht mehr an andere Frettchen gewöhnt. Dies geschieht genau dann, wenn es erstens zu lange vom Menschen fehlgeprägt wurde, zweitens nie gelernt hat, mit andern Frettchen umzugehen und drittens verlernt hat, wie ein Frettchen zu agieren und zu kommunizieren. In solch einem Fall würde man dem Frettchen nur großen Stress zumuten, wenn man es erneut mit einem Artgenossen zusammenstecken würde. Diese Tiere sollte man in einer gewohnten, aber abwechslungsreichen, Einzelhaltung belassen.